
1.1. Allgemeine Informationen
Garantiefonds garantieren dem Anleger - wie der Name schon andeutet - zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt die Auszahlung eines bestimmten Kapitalbetrags. Je nach Spezifikation des Fonds können dies 90%, 95% oder 100% des eingesetzten Kapitals sein. Allerdings kostet Sicherheit auch immer Geld bzw. die Sicherheit geht zu Lasten des Gewinns.
Mit Garantiefonds sollen risikoscheue Anleger, die bislang nur in Rentenfonds investierten zu den Aktienfonds gelotst werden. Der Ausweis der Kapitalgarantie ist unter Berücksichtigung der verlorengegangen Zinsen im Falle alternativ sicherer Anlage irreführend, sie müssen bei der Rentabilitätsrechnung berücksichtigt werden. Das sogenannte "Sicherheitsversprechen" wird durch erhebliche Renditeabschläge im Falle einer positiven Börsenentwicklung erkauft. Zudem leidet die Liquidität unter der Tatsache, dass das Garantieversprechen während der Laufzeit nicht greift.
1.2. Funktionsweise von Garantiefonds
Bei Garantiefonds handelt es sich um geschlossene Fonds mit begrenzter Laufzeit. Der Kauf von Fondsanteilen ist nur während der Emissionsphase möglich. Ein Verkauf hingegen kann jederzeit zum Rücknahmepreis vorgenommen werden. Das Garantieversprechen bezieht sich lediglich auf das Laufzeitende des Fonds. Bei vorzeitigem Verkauf greift das Garantieversprechen nicht und es kann zu Verlusten kommen. Die Garantieerklärung der Kapitalanlagegesellschaft ist aufgrund der Konstruktion des Fonds für diese mit keinerlei Risiken behaftet. Der größte Teil (ca. 80%) des Fondsvolumens wird in festverzinsliche Papiere investiert und erwirtschaftet mit den vereinnahmten Zinsen das Ausgangskapital. Ein kleinerer Teil (ca. 20%) wird von den Fondsmanagern hochrisikoreichen Anlageformen zugeführt (z.B. Optionsscheine), mit denen die Gesamtrendite des Fonds erzielt werden soll.
1.3. Vorteile und Nachteile von Garantiefonds
> Risikobegrenzung - Das Verlustrisiko wird komplementär zum garantierten Kapitalbetrag begrenzt. In die Verlustkalkulation sind jedoch auch die entgangenen Zinsen einer alternativ sicheren Anlage einzurechnen.
> Eingeschränkte Partizipierung an Kurssteigerungen - Da nur ein geringer Teil des Kapitals in Aktien oder Optionsscheinen angelegt wird, kann auch nur dieser von Kurssteigerungen profitieren. Selbst wenn durch Hebelwirkungen überproportionale Erträge erwirtschaftet werden, so kann nach Umlage auf das gesamte Fondskapital die Gesamtrendite im Regelfall mit der reiner Aktienfonds nicht mithalten.
> Garantieerklärung nur für das Laufzeitende gültig - Da bei einer Veräußerung während der Laufzeit die Garantieerklärung nicht greift, kann dies je nach aktueller Börsensituation zu erheblichen Verlusten führen. Garantiefonds stellen demnach eine Anlageform minderer Liquidität dar.
> Fondsanteile nur in relativ großen Stückelungen erhältlich - Die nur während der Emissionsphase zu zeichnenden Fondsanteile sind nur in relativ großen Stückelungen erhältlich.
> Keine Zulassung als Anlageform im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen -Garantiefonds sind nicht als Anlageform im Rahmen der vermögenswirksamen Leistungen zugelassen.
1.4. Unterschied offene Garantiefonds - geschlossene Garantiefonds
Unterscheiden sollte man offene und geschlossene Garantiefonds, während man bei den offenen Garantiefonds jederzeit kaufen und verkaufen kann greift die Garantie bei geschlossenen Garantiefonds nur zum Laufzeitende.Bei einem vorzeitigen Ausstieg aus einem geschlossenen Garantiefonds muss der Anleger mit Verlusten rechnen. Offene Garantiefonds sichern diese Garantie vertraglich dem Anleger zu. Deshalb kann es auch bei offenen Garantiefonds zu Verlusten kommen wenn der Anleger vorher aussteigt.















