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1.1. Allgemeine Informationen

 

Private Equity - das steht für privates Beteiligungskapital. Dieses Beteiligungskapital wird von privaten und institutionellen Anlegern in so genannte Private Equity Fonds eingezahlt, welche wiederum in verschiedene Unternehmensbeteiligungen investiert. Ähnlich wie die Hedge Fonds sammeln auch diese Fonds vorrangig das "überschüssige" Geld potenter Anleger, um es weltweit möglichst gewinnmaximierend zu platzieren. Während die Hedge Fonds an den Börsen agieren und dabei weitgehend im Verborgenen bleiben, konzentrieren sich die Private-Equity-Fonds auf das Kapital außerhalb der Börsen.

 

Von dem Geld vermögender Investoren kaufen die Fonds mittelständische Unternehmen und verkaufen sie innerhalb von 2 bis 5 Jahren wieder mit Gewinn. Die Anleger sind anteilig am Gewinn beteiligt. Oftmals setzen die Fonds während dieser Zeit angelsächsische Managementmethoden durch. Sie "trimmen" die erworbenen Unternehmen regelrecht auf Rendite, sei es durch Sparrunden und/oder Umbau (Umstrukturierung, Zerschlagung, Sanierung). Entscheidend ist, dass der Wiederverkaufswert deutlich erhöht wird. Bei jungen Unternehmen wird oft versucht, im Zuge eines Börsengangs Kasse zu machen.

 

 

1.2. Funktionsweise von Private Equity-Fonds

 

Der Hintergrund von Private Equity ist folgender oft können junge Firmen das Eigenkapital, das zur Finanzierung benötigt wird, nicht aufbringen. Auch die Kreditinstitute sind mit der Finanzierung von Jungunternehmern oft vorsichtig, da kaum Sicherheiten gestellt werden können. Vermögende Privatpersonen oder aber Risikokapitalfirmen sind jedoch in der Lage, die benötigten Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Oft werden auch noch Branchenkenntnisse sowie bestehende Geschäftskontakte als immaterielle Beteiligung weitergegeben. Einige schwarze Schafe der Branche haben jedoch vornehmlich zum Ziel, ein Unternehmen umzubauen und es dann später gewinnbringend zu verkaufen. Finanzierungsmethoden dieser Fonds:

 

> Sie operieren mit wenig eigenem Geld - sie kaufen mit geliehenen Geld eine Firma.

 

> Zinsen für das Fremdkapital werden aus der übernommenen Firma bzw. aus deren Ertrag abgesichert. Die übernommene Firma macht deshalb in der Regel binnen Kurzem enorme Schulden - Zinskosten drücken das Ergebnis.

 

> Die übernommene Firma zahlt keine Steuern mehr (Verlustvorträge), d.h. das Finanzamt bzw. die Allgemeinheit subventioniert die Übernahme!

 

 

1.3. Risiken von Private Equity-Fonds

 

Der Erfolg des Unternehmens, in das investiert wird, kann natürlich nur schwer eingeschätzt werden. Hierbei sind Fachwissen und Branchenkenntnisse, aber auch die Begutachtung des Managements wichtig. Daher sollte man bei einem Investment in erster Linie den Fondsmanagern vertrauen, denn diese haben Einblick in die Branche und investieren in ihrer Funktion als Manager eines Private Equity Fonds nicht nur in ein Unternehmen, sondern streuen das Risiko durch die Verteilung der Investitionen auf mehrere Beteiligungen. Während die Einen diese Fonds als sinnvolle Finanzierungsalternative betrachten, fürchten andere deren zum Teil äußerst aggressive Politik. Beteiligungsgesellschaft sollte möglichst langfristige Erfahrungen in diesem Markt sowie die entsprechenden Marktkenntnisse aufweisen.

 

 

1.4. Nachteile von Private Equity-Fonds

 

Zusammengefasst zählen die lange Laufzeit , hohe Mindestanlagesumme, Intransparenz und hohe anfängliche Kosten zu den Nachteilen. Die lange Laufzeit ist dabei ein Problem, vor welchem Privatanleger bei der Entscheidung für ein Investment in Private Equity stehen. Sie können im Voraus einfach nicht mit Sicherheit einschätzen, ob sie das investierte Kapital wirklich über die gesamte Laufzeit des Fonds entbehren können. Den Hemmschuh der oftmals hohen Mindestanlagesummen gerade im Bereich privater Unternehmensbeteiligungen haben die Initiatoren geschlossener Private Equity Fonds inzwischen so gut wie ausgemerzt indem sie die Beteiligungssummen auf auch für den Privatanleger erschwingliche Beträge abgesenkt haben. Allerdings stört viele Anleger nach wie vor die bei geschlossenen Fonds hohe Intransparenz. Worin und wie genau investiert wird, erfährt der Anleger – wenn überhaupt – erst hinterher. Bei einer börsennotierten Private Equity Gesellschaften oder einem Private Equity Zertifikat hingegen wissen die Anleger jederzeit, wie und worin sie investieren.

 

 

1.5. Private Equity-Fonds Angebot

 

Investitionsmöglichkeiten für Private-Equity-Fonds sind in vielfältiger Form vorhanden, denn die Akzeptanz von Private Equity als Finanzierungsinstrument wächst kontinuierlich. Auch der Mittelstand entdeckt Private Equity zunehmend als attraktive Alternative zu herkömmlichen Finanzierungsmöglichkeiten, und selbst bei Vetriebsveräußerungen ziehen Mittelständler inzwischen auch Beteiligungsgesellschaften als Käufer in Betracht.

 

Generell bieten der europäische Markt für Unternehmensbeteiligungen noch erhebliches Wachstumspotential: Im Jahr 2004 lag der Anteil der Private-Equity-Investitionen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im europäischen Mittel bei ca. 0,35 %; in Deutschland betrug er nicht einmal 0,2 %. Demgegenüber lag der Wert in einer Volkswirtschaft mit langjährig etablierter Beteiligungsbranche wie Großbritannien bei 1,1 %. An Kapital für weitere Beteiligungen mangelt es nicht. Private-Equity-Fonds sind heute in der Lage, selbst Transaktionen im zweistelligen Milliardenbereich zu finanzieren. Große Deals entstehen unter anderem aus Umstrukturierungen großer Konzerne. Ein Beispiel hierfür ist der Verkauf der DaimlerChrysler-Tochter MTU an den schwedischen Finanzinvestor EQT. Für institutionelle und zunehmend auch private Investoren lautet daher die Frage nicht mehr ob, sondern in welchem Umfang in Private Equity investiert werden soll. In Europa werden derzeit rund ein Drittel aller Akquisitionen mit Hilfe der Private-Equity-Häusern getätigt. Insider sehen für diese Fonds erhebliche Wachstumsraten, unter anderem wegen der zunehmenden Verschärfung der Bedingungen für die Kreditvergabe von Banken. Misst man die Private-Equity-Investitionen am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt, so liegen Großbritannien, Schweden, Frankreich und andere europäische Länder weit vor Deutschland.


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