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1.1. Allgemeine Informationen

 

Rentenfonds sind Sondervermögen, die den größten Teil ihres Kapitals in festverzinsliche Wertpapiere in- und ausländischer Emittenten investieren. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um:

 

> Bundesanleihen und Bundesobligationen (Ausgabe durch den eigenen Staat),

> Staatsanleihen (Ausgabe durch ausländische Staaten),

> Länderanleihen (Ausgabe durch die Bundesländer),

> Kommunalobligationen (Ausgabe durch die Kommunen),

> Pfandbriefe (Ausgabe durch Hypothekenbanken),

> Inhaberschuldverschreibungen (Ausgabe durch Banken und Sparkassen),

> Unternehmensanleihen (Ausgabe durch Unternehmen).

> Zudem gehören Anleihen mit variabler Verzinsung sowie Nullcouponanleihen (Zerobonds) und Geldmarktanlagen zum Anlagespektrum herkömmlicher Rentenfonds.

 

Unterschieden werden Euro-Rentenfonds und Fremdwährungsrentenfonds. Euro-Rentenfonds investieren in erster Linie in Schuldtitel die auf Euro lauten. Gute Bonität der Schuldner vorausgesetzt, handelt es sich bei ihnen um eine sehr konservative Form der Rentenfonds. Ihre Wertentwicklung wird fast ausschließlich durch anfallende Zinserträge sowie Kursveränderungen der im Fondsvermögen enthaltenen Renten bestimmt. Bei Fremdwährungsrentenfonds kommt dagegen das Währungsrisiko als ein entscheidender Chance/Risiko-Faktor hinzu.

 

Als dritte Kategorie sollen an dieser Stelle "Risiko-Rentenfonds" genannt werden, auch wenn sich diese Bezeichnung in Fondsdatenbanken in der Regel nicht findet. Ihre Manager investieren das Fondsvermögen in Anleihen zweit- oder drittklassiger Schuldner oder sogar in so genannte "Junkbonds" (Schrottanleihen). Bei den Emittenten dieser Papiere besteht erhöhte Gefahr, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht dauerhaft nachkommen und die Anleihe schließlich ausfällt oder zu deutlich schlechteren Konditionen umstrukturiert werden muss (z. B. argentinische Staatsanleihen). Geht dagegen alles gut, fällt die Rendite von Risiko-Anleihen allerdings auch deutlich höher als die herkömmlicher festverzinslicher Wertpapiere aus. Hohen Risiken stehen somit auch hohe Chancen gegenüber.

 

 

1.2. Funktionsweise von Rentenfonds

 

Maßgeblich für die Wertentwicklung eines Rentenfonds ist nicht allein die Höhe der Zinsen, sondern insbesondere auch die Kursentwicklung der Anleihen. Diese aber verläuft genau umgekehrt zur Entwicklung der Zinsen. Wenn das Zinsniveau am Kapitalmarkt sinkt, steigen die Kurse, zu denen die Anleihen an den Börsen gehandelt werden. Der Grund liegt darin, dass bei sinkendem Zinsniveau die bereits im Umlauf befindlichen Anleihen, die noch eine höhere Verzinsung aufweisen, an Wert gewinnen. Denn der Besitzer einer älteren Anleihe, die noch mit einem Zinskupon von 5 Prozent ausgestattet ist, würde diese nicht zu einem Kurs von 100 Prozent verkaufen, wenn neu herausgegebene Anleihen lediglich 4 Prozent bieten.

 

Dieser Zusammenhang erklärt, warum die Rentenfonds in den letzten Jahren trotz anhaltenden Zinsrückgangs und eines extrem niedrigen Zinsniveaus eine gute Wertentwicklung erzielen konnten. Der springende Punkt ist, dass der Mechanismus aber auch in die andere Richtung wirkt: Steigen die Zinsen, sinken die Kurse. Dies kann insbesondere bei Anleihen mit langen Restlaufzeiten zu deutlichen Verlusten führen.

 

 

1.3. Risiken von Rentenfonds

 

Von der eben beschriebenen Spezies einmal abgesehen, sind die Chancen und Risiken von Rentenfonds im Allgemeinen deutlich geringer als die von Aktienfonds. Gerade Euro-Rentenfonds eignen sich deshalb für konservative Anleger. Allerdings können auch Rentenfonds erhebliche Wertschwankungen aufweisen. Steigende Zinsen am Kapitalmarkt führen nämlich zwangsläufig zu Wertverlusten der im Fondsvermögen enthaltenen Zinspapiere. Dabei fallen die Verluste umso höher aus, je länger die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen ist, wobei dieser Zusammenhang - nur mit umgekehrtem Effekt - selbstverständlich auch für fallende Zinsen gilt. Hinzu kommt, dass viele Rentenfonds einen Teil ihrer Gelder auch in Aktien investieren dürfen. Gerade Anleger, die ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere investieren wollen, weil ihnen das mit Aktienengagements verbundene Risiko zu hoch erscheint, sollten deshalb Rentenfonds bevorzugen, die aufgrund ihrer Anlagerichtlinien nur einen sehr geringen Teil des Vermögens außerhalb des festverzinslichen Bereichs investieren dürfen.

 

 

1.4. Vorteile von Rentenfonds

 

Die Vorteile der Rentenfonds liegen ganz klar auf der Hand. Zum einen die relative Sicherheit. Da es sich nicht um Unternehmensbeteiligungen handelt, bleibt eine Investition in festverzinsliche Wertpapiere von marktspezifischen Schwankungen unberührt, die Aktienkurse beeinflussen. In ihrer Form als Darlehen bieten Rentenpapiere daneben dem Anleger ein angenehmes Maß an Sicherheit. Die Streuung der Gelder in viele verschiedene Wertpapiere garantiert zusätzlich eine Minderung des Risikos. Zum anderen bieten Rentenfonds über lange Zeit einen stetigen Kapitalstrom zurück zum Gläubiger. Der Ertrag dieser Anlageform kann relativ leicht kalkuliert werden und erscheint im Allgemeinen sicher. Das dem nicht so ist, darauf wird an anderer Stelle etwas genauer eingegangen.

 

 

1.5. Nachteile von Rentenfonds

 

Die lange Laufzeit der Rentenfonds und die, im Vergleich zu anderen Investmentfonds, geringen Erträge, machen diese Form der Anlage für einen Teil der Anleger jedoch uninteressant. Da sich die Investoren über lange Zeit an einen der Fonds binden, ist es zum Teil schwer, Kapital wieder ab zuziehen und das, ohne größere Verluste in Kauf zu nehmen. Bei einigen Papieren schreibt der Emittent sogar eine Mindestlaufzeit vor. Die Renditen der festverzinslichen Wertpapiere richten sich nach dem Zinssatz, der durch den Emittenten zugesichert wird.


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