
1.1. Allgemeine Informationen
Ein Engagement in Aktien bedeutet nicht nur Chancen, sondern ist auch mit gewissen Risiken verbunden. Mit diesen sollten Sie von vornherein vertraut sein, um böse Überraschungen zu vermeiden. Um zu verstehen, wie Unternehmen und deren Aktien auf langfristige Risikofaktoren des Marktes wie wirtschaftliche Zyklen (Wirtschaftswachstum und Rezession) reagieren werden, kategorisiert man verschiedene Unternehmenstypen. Es gibt drei Hauptkategorien Defensive Aktien, Zyklische Aktien und Antizyklische Aktien. Weiters Zählen wir Ihnen in den nächsten Punkten Risiken auf die auf alle Unternehmen/Aktien mehr oder weniger zutreffen können.
Als klassisches Beispiel für Zyklische Aktien gelten die Bauunternehmen (Strabag, Hochtief, Wienerberger etc.). In Boomzeiten steigt der Erfolg dieser Unternehmen und der Preis der Aktien erheblich, während in einer Rezession die Aktien wesentlich stärker als der Marktdurchschnitt fallen.
Defensive Aktien sind in der Regel gegen wirtschaftliche Abschwünge “immun”. In guten Zeiten werden Sie aber auch keine grossen Gewinnsprünge machen. Als Beispiel das Unternehmen in der Lebensmittelbranche (Agrana etc.) oder öffentliche Versorgungsbetriebe (Verbund, EVN etc.), welche Grundbedürfnisse wie Elektrizität oder Wasser abdecken.
Solche Aktien werden besonders in “schlechten” Zeiten nachgefragt.
Im Gegensatz zu Zyklischen Werten haben Antizyklische Aktien wie das Wort schon andeutet, in schlechten Zeiten Erfolg. In Guten Zeiten tun sie sich schwer. Es gibt keinen Sektor, der als Ganzes als antizyklisch kategorisiert werden könnte, es handelt sich meist um einzelne Sonderfälle.
1.2. Insolvenzrisiko
Als Aktionär befinden Sie sich nicht in der Rolle des Gläubigers, sondern Sie sind als Eigenkapitalgeber Mitinhaber einer Aktiengesellschaft und somit unmittelbar an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens beteiligt. Sie sind quasi ein Unternehmer, der sowohl mit Chancen aber auch mit Risiken in Form von Kursgewinnen bzw. Kursverlusten konfrontiert werden kann. Das Risiko für Sie als Aktionär liegt darin, dass sich die wirtschaftliche Situation der Aktiengesellschaft anders entwickeln könnte, als ursprünglich erwartet. Im schlimmsten Fall hätte ein Insolvenzverfahren den Totalverlust Ihres eingesetzten Kapitals zur Folge. Im Insolvenzfall einer Aktiengesellschaft haben Sie als Aktionär erst Anspruch auf Liquidationserlös, nachdem alle Ansprüche der Gläubiger befriedigt worden sind.
1.3. Dividendenrisiko
Die Dividende, also die Gewinnausschüttung für den Aktionär, richtet sich größtenteils nach dem von der Aktiengesellschaft erzielten Gewinn. Steigt der Gewinn, so steigt auch meist die Dividende. Fällt der Gewinn in einem Geschäftsjahr geringer oder ganz aus, so kann die Gewinnausschüttung gekürzt oder sogar gestrichen werden. Eine jahrelange Dividendenausschüttung sollte kein Argument für den Kauf einer Aktie sein, denn sie ist noch lange kein Garant für eine fortschreitende Dividendenausschüttung in der Zukunft.
1.4. Psychologisches Risiko
Die Börse ist nicht immer mit rationalen Argumenten zu erklären, denn sie ist vielmehr ein Markt, der in großem Ausmaß von den Emotionen und der Psychologie des Börsenpublikums abhängig ist. In Zeiten stark steigender Aktienkurse neigen Börsianer zunehmend dazu, Vertrauen in diese Anlageform zu gewinnen und sind bereit getreu dem Motto “The trend is your friend” weiterhin ihr Kapital in Aktien zu investieren.
Kursrelevante Fakten, die der allgemeinen Börsenstimmung widersprechen, werden ignoriert und die ökonomische Wirklichkeit spielt nur noch eine zweitrangige Rolle. Entsprechend emotional, nur in umgekehrter Form, zeigt sich auch das Verhalten der Anleger bei einer schlechten Börsenstimmung, die auch als Baisse oder Bärenmarkt bezeichnet wird. Das Risiko, das Sie als Anleger berücksichtigen sollten ist, dass es durch ein massenpsychologisches Verhalten des Börsenpublikums aufgrund von Hoffnungen, Ängsten oder Vermutungen zu übertriebenen Kursreaktionen kommen kann.
1.5. Kursänderungsrisiko
Grundsätzlich lassen sich für den Anleger zwei Risikofaktoren unterscheiden, die Einfluß auf die Kursentwicklung nehmen können: Das allgemeine Marktrisiko und as unternehmensspezifische Risiko! Der Aktienmarkt wird durch das wirtschaftliche Umfeld wie die Unsicherheit des wirtschaftlichen Wachstums, Inflation, Zinsen, Devisenkurse undWirtschaftsdaten bestimmt. Dies bezeichnet man als Marktrisiko, welches sich auf den Erwerb von Aktien auswirkt. Einige Unternehmen sind dem Marktrisiko mehr als andere ausgesetzt. Abschliessend gibt es das unternehmensspezifische Risiko - jedes Unternehmen, jede Aktie reagiert auf die Sektor- und Marktrisiken unterschiedlich.















