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1.1. Entstehung & Namensgebung

 

Der Name "Börse" entstand möglicherweise aus einstmals zwei Bedeutungen: Die im 16. Jahrhundert bekannte Kaufmannsfamilie Van der Beurse in Brügge aus Brügge handelte zu regelmäßigen Zeiten mit Wechseln. Diese wurden in Lederbeuteln, der sogenannten Bursa, von der auch der heutige Begriff Geldbörse stammt, aufbewahrt. Beide Begriffe Beurse und Bursa verschmolzen dann möglicherweise zum heutigen Begriff Börse. Die erste Börse wurde 1531 in Antwerpen gegründet.

 

 

1.2. Definition der Börse

 

Die Börse ist ein organisierter Markt, an dem Angebot und Nachfrage für Wertpapiere zusammengeführt werden. Sie bietet also den Marktplatz, an dem sich Sparer und Investoren (Kapitalgeber) an der wirtschaftlichen Entwicklung von Unternehmen beteiligen können und Unternehmen (Kapitalnehmer) Geldgeber finden.

 

Ohne diese "Vermittlungsstelle" müssten Kapitalgeber und Kapitalnehmer direkt miteinander verhandeln, was hohe Such- und Informationskosten verursachen würde. Während die Unternehmen und der Staat oft langfristig große Summen von Kapital nachfragen, wollen viele Sparer und Investoren vergleichsweise kurzfristig geringe Summen anbieten. Die Börse schafft einen optimalen und effizienten Interessenausgleich zwischen diesen Gruppen. Sparer und Investoren können an der Börse jederzeit Wertpapiere kaufen und verkaufen, ohne dass die Unternehmen davon unmittelbar berührt werden. Daher bezeichnet man die Börse auch als einen Zirkulationsmarkt (Sekundärmarkt).

 

 

1.3. Aufgaben der Börse

 

Eine Börse dient der zeitlichen und örtlichen (in jüngster Zeit auch virtuellen) Konzentration des Handels von fungiblen Gütern unter beaufsichtigter Preisbildung. Das Ziel ist eine gesteigerte Markttransparenz für Wertpapiere, die Steigerung der Effizienz und der Marktliquidität, die Verringerung der Transaktionskosten sowie der Schutz vor Manipulationen. Anders als im sogenannten außerbörslichen Handel (OTC-Handel) wird börslicher Handel börsenaufsichtsrechtlich sowie durch die Handelsüberwachungsstellen der Börsen kontrolliert.

 

> Bereitstellung kosteneffizienter Handelsplattformen

 

> Bündelung der Liquidität durch die Konzentration von Angebot und Nachfrage

 

> Sicherstellung der Fungibilität, d. h. der Austauschbarkeit und der identischen Ausstattung einer Wertpapiergattung

 

> Sicherung einer größtmöglichen Transparenz für die Anleger

 

> Bereitstellung von Informationen in Form von Preisen und Umsatzzahlen

 

 

1.4. Wie funktioniert die Börse

 

Stellen Sie sich vor, sie entdecken auf einem Flohmarkt etwas, das Sie schon lange suchen. Sie feilschen mit dem Verkäufer um den Preis – was ist der Gegenstand wert, was sind Sie bereit zu zahlen und was möchte der Verkäufer mindestens dafür haben. Wenn Sie sich einig geworden sind, zahlen Sie und können Ihren Schatz nach Hause tragen. Ähnlich läuft es auch an der Börse ab, nur mit einem kleinen Unterschied. Sie als Käufer treten nicht direkt mit dem Verkäufer in Verbindung. Das kann man sich ähnlich vorstellen wie einen Gemüsegroßmarkt. Ebenso wie an der Börse treffen dort die eigentlichen Endverbraucher und Verkäufer selten direkt aufeinander. Der Erzeuger verkauft seine Waren an einen Großhändler, bei diesem beschafft sich ein Gemüsehändler seine Waren. Der Endverbraucher kauft wiederum beim Gemüsehändler ein.

 

Die Börse handelt selbst nicht, genausowenig wie der Betreiber eines Großmarkts dort einen Stand hat. Sie stellt lediglich die Infrastruktur bereit.

 

 

1.5. Handelsformen

 

Nach Handelsformen kategorisiert können folgende Arten von Börsen unterschieden werden:

 

> die Market-Maker-Börse,

 

> die Auktionsbörse, sowie hybride Formen,

 

> wie z.B. fortlaufender Handel kombiniert mit Auktionen.

 

Je nach Art der Abwicklung des Handels unterscheidet man: Termingeschäfte und Kassageschäfte. Weiters kann man nach Art des Börsenhandels unterscheiden.


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