
1.1. Allgemeine Informationen
Der in der Landwirtschaft entwickelte Future hat seine Wurzeln im Versicherungsgedanken. In historischen Vorformen existiert das zugrunde liegende Prinzip länger als Aktien oder Optionen und lässt sich bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen (Reisbörse von Osaka). Es geht dabei immer darum, eine festgelegte Menge einer bestimmten Ware in bestimmter Qualität zu einem festgesetzten Preis an einem vorher bestimmten Datum zu kaufen bzw. zu verkaufen.
Ein US-Bauer im Jahr 1830 könnte also einem Mühlenunternehmen bereits im Februar desselben Jahres 2000 Bushel Sommer-Weizen (ca. 27 Tonnen) zum Preis von 1900 Dollar verkauft haben, wobei Liefer- und Zahlungstermin mit dem 2. Juli festgelegt wurden. Der Vorteil für den Bauer war die Sicherheit, bereits bei der Ernte einen sicheren Abnehmer zu einem fixen Preis zu haben. Das Mühlenunternehmen sicherte sich dagegen mit dem Geschäft gegen steigende Preise ab, wie sie etwa durch Missernten oder Hagelschläge entstehen.
Im Lauf des 19. Jahrhunderts begannen Käufer und Verkäufer, über solche Geschäfte formale Verträge (Kontrakte) abzuschließen, die auch als Kreditbesicherungen gegenüber Banken dienten. Der Startschuss für den organisierten Handel mit Futures-Kontrakten fiel 1848 mit der Gründung der ersten Warenterminbörse in Chicago, der Chicago Board of Trade (CBOT).
1.2. Was ist ein Future
Ein Future ist eine Art von börsengehandelten Termingeschäften. Es bezeichnet einen verbindlichen Börsenvertrag (Kontrakt) zwischen zwei Parteien.
Der Ursprung des modernen Begriffes "Future" ("Zukunftsgeschäft") rührt von einer Art Geschäft her, die bereits sehr alt ist. Das Konzept ist eigentlich simpel: Um sich gegen ein mögliches Risiko abzusichern, einigten sich ein Käufer und Verkäufer einer Ware zum einem bestimmten Zeitpunkt über ihren Preis an einem ganz bestimmten Datum in der Zukunft. Ein Future ist ein Finanzinstrument, das grundsätzlich von einem Basiswert abgeleitet wird. So gibt es Futures auf Basiswerte wie beispielsweise Rohstoffe oder Währungen. Der Futures-Kontrakt ist eigentlich nur ein Recht. Es entsteht durch den Vertrag von zwei Marktteilnehmern.
1.3. Was beinhalten ein „Vertrag“
> Lieferung (für den Verkäufer) bzw. Abnahme (für den Käufer)
> eines genau bestimmten Vertragsgegenstandes (Basiswert)
> in einer bestimmten Menge und Qualität
> zu einem fixierten Zeitpunkt in der Zukunft und
> zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis
Das Recht eines Futures bezieht sich immer auf einen klar definierten Basiswert. Die klassischen Basiswerte sind Waren aus dem Agrarsektor oder Rohstoffe.
Bei einem Future muss natürlich, wie auch bei anderen Verträgen, genau festgelegt werden, wieviel des entsprechenden Basiswertes zum Verfalltermin vom Verkäufer geliefert, bzw. vom Käufer abgenommen werden muss. Die Kontraktgröße eines Futures definiert hierbei die Menge oder den Wert des zugrundeliegenden Basiswertes.
1.4. Preisbildung von Futures
Der Kurs eines Futures unterliegt der freien Preisbildung aus Angebot und Nachfrage an der Terminbörse. Er bewegt sich im Allgemeinen synchron zum tagesaktuellen Preis auf dem Kassamarkt des Underlying-Kurses (z.B. DAX-Index, EUR-USD, Orangensaftkonzentrat etc.). Abweichungen und divergente Entwicklung zwischen Kassamarkt und Future ermöglichen Arbitragegeschäfte, also Geschäfte mit weitgehend risikolosem Gewinn.
Dass der Future-Preis dennoch in der Regel vom Preis desselben Basiswertes abweicht, ist dazu kein Widerspruch: Denn der "wahre Wert" eines Future-Kontraktes folgt zwar in den meisten Fällen dem Tages-Kassapreis, aber je nachdem wie weit der Erfüllungszeitpunkt noch in der Zukunft liegt, nach oben verschoben.
1.5. Hebel von Futures
Zumal nur ein Bruchteil des Wertes als Einsatz nötig ist, um einen Futures-Kontrakt zu eröffnen, spricht man von einem Hebelinstrument oder Derivat. Wie stark der Hebel bei einem bestimmten Future ist, wird von der jeweiligen Börse bestimmt, an der ein Future gehandelt wird. Als Formel für den Hebel gilt: Kontraktwert zum Kaufzeitpunkt dividiert durch den Betrag, der notwendig ist, um eine Futureposition zu erwerben.
Wie stark der Hebel bei einem bestimmten Future-Kontrakt tatsächlich ist, hängt von drei Faktoren ab: Kontraktgröße, Kontraktwert zum Einstiegszeitpunkt und Margin-Höhe. Selbstverständlich wirkt der Hebel auch in die Gegenrichtung.















