
1.1. Waren-Futures
Waren-Futures, auch Commodities genannt, sind wie bereits erwähnt, die klassische Variante der Futures. Ursprünglich als Absicherungsinstrumente für landwirtschaftliche Produkte gedacht, haben sie bis heute einen weiterhin sehr hohen Stellenwert in den Futuresmärkten. Aufgrund ihrer zum Teil sehr hohen Volatilität erfreuen sie sich aber auch bei Spekulanten sehr hoher Beliebtheit. Beispiele hierfür sind der mittlerweile fast allseits bekannte Schweinebauchfuture, der Sojabohnen-, Kaffee- oder Kakaofuture. Auch Rohstoff- und Edelmetallfutures kann man zu den Warenfutures zählen.
1.2. Zins-Futures
Mit dem Ende der harmonischen Geld- und Fiskalpolitiken und dem Übergang zu flexiblen Wechselkursen in den siebziger Jahren wurden auch die Zinssätze zunehmend volatiler. Um gegen diese erhöhten Schwankungsbreite abgesichert zu sein, wurden 1975 an der Chicago Board of Trade (CBOT) die ersten Zins-Futures eingeführt. Im Gegensatz zum Warenfuture wird nicht eine physische Ware wie z.B. Schweinebäuche, sondern ein Zinssatz gehandelt. Durch den Kauf eines Zins Futures kann man sich gegen steigende oder fallende Marktzinsen in der Zukunft absichern. Es wird generell zwischen kurz- , mittel- und langfristigen Zinsfutures differenziert. Der liquideste europäische Zins Future ist ohne Zweifel der Euro Bund-Future.
1.3. Devisen-Futures
Anfang der siebziger Jahre wurden die ersten Futures auf Währungen an der Chicago Merchantile Exchange (CME) gehandelt. Damit wurde der reine Warenfuturesmarkt um eine wertvolle Komponente ergänzt. Insgesamt erhöhte Wechselkursunssicherheiten innerhalb verschiedener Währungen ergaben die Notwendigkeit sich über derivative Finanzinstrumente gegen solche Schwankungen abzusichern. Der einem Devisenfuture zugrundeliegende Basiswert ist hierbei die jeweilige Währung. Auf die meisten Währungen können mittlerweile Futures gehandelt werden.
1.4. Index-Futures
Im Gegensatz zu anderen Futures haben Index-Futures keinen bestimmten Basiswert. Sie beruhen auf einem Korb von Aktien, die in einem Index repräsentiert werden. So gibt es Index-Futures beispielsweise auf den Dax, wie auch auf den amerikanischen S&P 500. Index-Futures sind mittlerweile sehr weit verbreitet, so dass es auf fast jeden Leitindex einen entsprechenden Future gibt. Zur Absicherung stellen sie ein geeignetes Instrument dar, da man sich mit ihnen sehr gut gegen das Gesamtmarktrisiko absichern kann. Neben der traditionellen Absicherungsfunktion sind besonders diese Art der Futures aufgrund ihrer hohen Liquidität und Schwankungsbreite ins Zentrum des Interesses von Spekulanten und Daytradern gerückt. Es kann hierbei auf spekulative Art und Weise an der Gesamtentwicklung eines repräsentativen Aktienpools partizipiert werden
1.5. Risiken von Futures
Ursprünglich sind Futures entwickelt worden, um sich vor den Risiken am Markt schützen zu können. Die Hedger nutzen diese Möglichkeit, und sichern sich so gegen Kursschwankungen am Kassamarkt ab. Doch wo sich die eine Marktteilnehmergruppe vor Risiken schützen kann, da lauern für andere Marktteilnehmer, vor allen den Spekulanten, extrem hohe Risiken. Das Risiko entsteht in erster Linie durch einen sehr großen Hebel. Dieser ergibt sich dadurch, dass man zum Handeln von Futures nur eine geringe Sicherheitsleistung hinterlegen muss. Man sollte sich auf jeden Fall pro Trade einen Verlustbegrenzungsstopp setzt, so dass man erst gar nicht so weit in die Verlustzone rutschen kann.
Wenn man diesen Verlustbegrenzungsstopp nicht setzt, dann wird ab einem gewissen Punkt der Broker die Positionen zwangsläufig schließen. Dies geschieht beim erreichen einer bestimmten Margin-Untergrenze (Margin-Konto). Doch wenn beim Broker aus irgendwelchen Gründen dieser letzte Schutzmechanismus versagen sollte, dann sieht es wirklich schlecht aus, da sich die Broker gegen Systemausfälle normalerweise vertraglich abgesichert haben. Das Verlustpotential beim Handel von Futures kann demzufolge theoretisch unbegrenzt sein.
Es begeben sich immer wieder Anleger an die Futuresmärkte, ohne sich der hohen Volatilität, des hohen Hebels vieler Kontrakte und sonstiger Risiken hinreichend bewusst zu sein. Eine genaue Vorbereitung ist essentiell, wenn man sich an die Märkte begeben will. Leider unterschätzen viele Anfänger diesen Aspekt. Stellen Sie vor Beginn des Tradings einen Handelsplan auf, wählen Sie die Märkte nach individueller Risikoneigung und Kontogröße aus und informieren Sie sich über Kontraktgrößen, Verfallstermine etc
1.6. Warum überhaupt Futures
Den hohen Risiken im diesem Bereich stehen aber auch sehr hohe Gewinnpotentiale gegenüber, da man mit relativ wenig Kapital große Mengen Geld bewegen kann. Doch wenn man sich die Chancen im Futuregeschäft betrachtet, dann sollte man sich nicht nur die Ergebnisse einzelner Trades vor Augen führen, sondern einmal die mögliche Wachstumskurve des eingesetzten Kapitals. Diese ist nämlich nicht linear, sondern exponentiell, da man die Anzahl der gehandelten Kontrakte bei relativ kontinuierlichen Handelsergebnissen regelmäßig erhöhen kann.















