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1.1. Allgemeine Informationen

 

Sollten Ihnen die volkswirtschaftlichen Indikatoren ein für den Erwerb von Aktien günstiges Umfeld offenbart haben, geht die Suche nach der "besten" Aktie los. Dazu muss natürlich eingeräumt werden, dass sich Aktien nur selten nach den Maßstäben der Wissenschaft bewegen. Einzelne Branchen können andere in der Kursentwicklung deutlich hinter sich lassen, wenn Währungsverschiebungen oder Zinsveränderungen auftreten. Doch die Entscheidung, besser zyklische Exportwerte oder zinssensitive Banktitel zu kaufen, wird Ihnen ja, wie vorstehend erklärt, durch die momentane Phase eines konjunkturellen Zyklus erleichtert. Nur: Welchen Aktie einer Branche wähle ich aus? Wo liegen die größten Chancen auf hohe Gewinne?

 

Um diejenigen Aktien aus der Masse herauszufiltern, welche die größten Chancen auf Kursgewinne aufweisen, muss man sich mit den Kennzahlen eines Unternehmens vertraut machen. Viele dieser betriebswirtschaftlichen Indikatoren sind Ihnen sicherlich bereits geläufig. Im Fernsehen und in der Fachpresse gleichermaßen wird oft genug von Gewinnen, dem Buchwert, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Cash Flow gesprochen.

 

Jeweils nach Ende eines Geschäftjahres muss eine Aktiengesellschaft eine Bilanz erstellen. Diese Bilanz können Sie über Ihre Hausbank oder direkt beim Unternehmen anfordern. Doch die wichtigsten Eckdaten werden im allgemeinen ohnehin in der Wirtschaftspresse veröffentlicht. Wichtig ist dabei vor allem der Vergleich zu den jeweiligen Zahlen des Vorjahres. Steigen die Gewinne an, und wenn ja, wieso? Die Tücken einer Bilanz liegen darin, dass die Zahlen alleine nicht genug aussagen können. Es gibt viele Möglichkeiten, eine Bilanz "gut aussehen" zu lassen, und damit die vielleicht nicht besonders günstige Situation zu schönen. Die wichtigen Kenzahlen einer Bilanz finden Sie unter dem Punkt „Betriebswirtschaftliche Kennzahlen“.

 

 

1.2. Gewinne eines Unternehmens

 

Jedes Unternehmen, in das der Anleger investiert, sollte natürlich Gewinne erzielen. Wieviel von diesen Gewinnen beim Aktionär ankommt, ist eine andere Frage, die es später zu klären gilt. Doch die tatsächliche Höhe der Gewinne ist isoliert betrachtet ebenfalls ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Indikator, denn mit dieser Zahl wird der Investor in die Lage versetzt, zu prüfen, ob die Geschäfte im Vergleich zu den letzten Jahren erfolgreicher werden. Und nur eine Gesellschaft, von der man steigende Gewinne gewohnt ist und sie ihr auch für die kommenden Jahre zutraut, wird eine das Angebot überwiegende Nachfrage nach ihren Aktien vorweisen können. Der veröffentlichte Unternehmensgewinn alleine beantwortet aber nur wenige Fragen. Es ist unumgänglich, eine genaueren Blick auf diese Zahlen zu werfen. Zunächst einmal:

 

 

1.3. Der Vergleichszeitraum

 

Wird bei Gewinnmeldungen für einzelne Quartale mit dem vorangegangenen Quartal verglichen, oder mit dem entsprechenden Vorjahresquartal? Denn nur letztere Zahl ist tatsächlich aussagekräftig. Nahezu keine Branche kann sich saisonalen Einflüssen entziehen. Also macht es nur Sinn, den aktuellen Herbst mit dem Herbst des Vorjahres zu vergleichen. Denn im davor liegenden Quartal, dem Sommer, kann ja eine saisonal bedingte Flaute geherrscht haben - eine Gewinnsteigerung in diesem Zeitrahmen käme dann jedes Jahr zu dieser Zeit vor und wäre somit nichts, was den Kursen dieser Aktie zu neuen Höhen verhelfen könnte.

 

 

1.4. Das operative Ergebnis

 

Hier geht es ausschließlich um diejenigen Gewinne (oder gegebenenfalls Verluste), die mit der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens erzielt wurden. Das hieße bei einer Baufirma der Gewinn aus dem Wohnungsbau - nicht aber die Gewinne aus dem Verkauf von zum Anlagevermögen gehörenden Immobilien, z.B. eine nicht mehr benötigten Lagerhalle. Hier muss genauer hingesehen werden, denn schon oft haben Anleger auf gute Gewinnzahlen wie wild gekauft, um im Nachhinein Verluste in Kauf nehmen zu müssen, wenn klar wurde, dass die AG nur "ihr Tafelsilber" verhökert hatte. Manchmal muss man nämlich dann feststellen, dass mit dem Verkauf des Betriebsvermögens nicht nur oberflächlich gute Geschäfte vorgetäuscht wurden, sondern auch Liquiditätsprobleme - kurzfristig - gelöst wurden. Oft waren solche Firmen zwölf Monate später bereits in Konkurs gegangen.

 

Auch Rückstellungen, also Güter oder Gelder, die das Unternehmen für schlechte Zeiten zurückgelegt hat, zählen zum Oberbegriff "Gewinne". Denn zur Zeit des Zurücklegens konnten die Gewinne (und damit die Steuerschuld) um diese Höhe reduziert werden, nun muss dieses Geld aber offengelegt und versteuert werden, zählt also zum momentanen Gewinn, obwohl es viel früher erwirtschaftet wurde. Also: Nur das operative Ergebnis zeigt, wie es um die Geschäfte, mit denen die Gesellschaft ihr Geld verdient, wirklich bestellt ist.

 

 

1.5. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) KGV = Kurs der Aktie / Gewinn pro Aktie

 

Quartals- oder Jahresgewinne werden gemeinhin in absoluten Zahlen, also z.B. 10 Millionen Euro, genannt. Das bringt dem Investor natürlich relativ wenig Informationen. Er kann zwar vergleichen, ob die Gewinne steigen oder fallen. Aber eine Steigerung des Gewinns von einer auf zehn Millionen kann (z.B. nach einer Rezession) wie eine Sensation klingen , trotzdem kann die Aktie völlig überbewertet sein. Warum ist das so? Nun, wenn zehn Millionen Aktien existieren, entfällt auf die einzelne Aktie nur noch ein Gewinn von einem Euro. Kostet die Aktie aber bereits vor der Veröffentlichung dieser Gewinnzahlen 100 Euro, ist der Kurs immer noch vollkommen überteuert. Die Kennzahl, die eine Bewertung der einzelnen Aktie in Bezug auf die angelaufenen Jahresgewinne möglich macht, ist das weithin bekannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Hier wird einfach der Gewinn (zumeist aber nicht der operative, sondern der Gesamtgewinn), der auf jede einzelne Aktie der Gesellschaft entfällt, durch den aktuellen Kurs der Aktie dividiert, also: KGV = Kurs der Aktie / Gewinn pro Aktie

 

So erhält man ein Kennzahl, die nicht nur einen über mehrere Jahre vollzogenen Vergleich erleichtert, man kann mit dem KGV auch leicht prüfen, ob diese Aktien in Relation zu anderen Titeln aus der gleichen Branche eher teuer oder eher billig ist. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf, derartige Vergleiche nur innerhalb ein und derselben Branche anzustellen. Wieso? Banken haben üblicherweise (aufgrund einer anderen Form der Gewinnausweisung, resultierend aus anderen Bilanzierungsregeln) ein niedrigeres KGV als andere Werte. Zyklischen Werten (deren Gewinne in Abhängigkeit mit der Konjunktur stark schwanken) wie Autos oder Stahl pflegt man ein höheres KGV zuzubilligen als den "defensiven" Aktien wie Versorgerwerten.

 

Strukturelle Veränderungen lassen oft ein höheres KGV als zuvor berechtigt erscheinen. Die Chemie- und Versorgerwerte galten noch vor wenigen Jahren als "Witwen- und Waisenpapiere", also Aktien ohne viel Gewinnphantasie, aber mit hoher Dividende und geringem Kursrisiko. Doch in den letzten Jahren haben die Chemieunternehmen durch modernere, international orientierte Unternehmensstrategien deutlich mehr Dynamik entwickelt. Und die lahmen Energieversorger lassen durch ihr Engagement im Mobilfunkbereich auf zukünftig stark steigende Gewinne (und Kurse) hoffen.

 

Nicht alle Aktien mit einem niedrigen KGV werden in naher Zukunft stark steigen, während diejenigen mit einer hohen Bewertung stagnieren oder fallen werden. Sie müssen unbedingt nach den Gründen für eine Bewertung forschen, sonst begeben Sie sich aufs Glatteis. Extrem hohe KGV's treten z. B. regelmäßig dann auf, wenn das Ende einer Rezession erwartet wird. Da die Börse Entwicklungen vorwegzunehmen pflegt, steigen die Notierungen bereits, obwohl die Unternehmen noch deutlich geschrumpfte Gewinne melden. Da kann man bei einer Auto- oder Stahlaktie durchaus eine Bewertung von 30 oder 40 im KGV tolerieren, obwohl in "normalen" Zeiten bestenfalls 15 angemessen wären. Außerdem: Eine Kapitalerhöhung kann den Aussagewert des KGV's zeitweilig verwässern. Eine Aktiengesellschaft kann neue Aktien an den Markt bringen, um sich - z.B. für Unternehmenszukäufe - neues Kapital zu verschaffen.

 

Beispiel: Kapitalerhöhung 10:1. Das bedeutet, dass für zehn alte Aktien ab sofort eine weitere, neue Aktie hinzukommt. Gab es zuvor 10 Millionen Aktien, sind es jetzt 11 Millionen. Der absolute Gewinn bleibt gleich (sagen wir der Einfachheit halber eine Million), die Zahl der existierenden Aktien hingegen steigt an.

 

Ergebnis: KGV alt: 10 Mio. Aktien / 1 Mio. Euro Gewinn = KGV 10

 

Ausschließlich aufgrund dieser Kapitalerhöhung steigt nun das KGV wie folgt an:

 

KGV neu: 11 Mio. Aktien / 1 Mio. Euro Gewinn = KGV 11

 

Die Höhe der Unternehmensgewinne hat sich deshalb nicht verändert. Klar ist auch, dass das neu geschaffene Kapital nicht sofort zu neuen Gewinnen beitragen kann, sondern die damit zu finanzierenden Investitionen sich erst auszahlen müssen. Achten Sie also darauf, ob und in welchem Verhältnis das Unternehmen kürzlich eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat. Nur wenn dies berücksichtigt wird, ist der Wert mit den KGV's der Branchenkonkurrenten vergleichbar. Eine hohe Zahl privater Anleger beschränkt sich bei der Auswahl der optimalen Aktienanlage auf die Betrachtung des KGV. Doch damit alleine kann es nicht getan sein. Eine Reihe weiterer Faktoren sind unbedingt zu beachten. Eine weitere Größe, die aussagt, ob eine Aktie "billig" sein könnte, versteckt sich in einer Unternehmensbilanz: Der Buchwert.

 

 

1.6. Der Buchwert

 

Der Buchwert einer Aktiengesellschaft ist der in der Bilanz ausgewiesene Wert von Vermögensgegenständen. Anders formuliert sagt der Buchwert aus, was an "Substanz" hinter einem Unternehmen steckt. Der Buchwert je Aktie berechnet sich als Quotient aus dem Buchwert und der gesamten Aktienanzahl der Gesellschaft. Man dividiert den Buchwert durch die Aktienanzahl und erhält somit den Buchwert je Aktie.

 

Vermögensgegenstände in diesem Sinne sind Maschinen, der Fuhrpark, aber vor allem die Grundstücke und Immobilien, die diesem Unternehmen gehören. Warum muss dies für den Anleger von Interesse sein? Nun, ein hoher Anteil an Vermögenswerten kann bei einer problematischen Geschäftslage für neue Liquidität sorgen. Während ein Unternehmen ohne hohe Sachwerte leicht zahlungsunfähig werden könnte, hat die Gesellschaft mit hohem Buchwert die Möglichkeit, Immobilien o. ä. zu veräußern und damit wieder zügig über Barmittel zu verfügen. Hinzu kommt, dass die Kreditwürdigkeit einer solchen Firma deutlich höher liegt, da entsprechende Sicherheiten vorhanden sind.

 

 

1.7. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) KBV = Kurs der Aktie / Buchwert pro Aktie

 

Diese Größe errechnet sich aus der Höhe des Buchwertes, der auf eine einzelne Aktie entfällt, dividiert durch den aktuellen Kurs. Ein Beispiel: Der Buchwert beträgt dreihundert Millionen Euro. Zehn Millionen Aktien des Unternehmens existieren. Pro Aktie errechnet sich damit ein Buchwert von 30 Euro. Liegt der Kurs der Aktie bei 24 Euro, kommt man durch folgende Rechnung zum Kurs-Buchwert-Verhältnis: KBV = Kurs der Aktie 24 Euro / Buchwert pro Aktie 30 Euro = 0,8

 

Damit lässt sich folgende Aussage ableiten: Liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis unter 1, so ist der Buchwert des Unternehmens höher als der momentane Wert aller Aktien dieser Gesellschaft. Diese Relation kommt äußerst selten vor, aber in diesen Fällen werden Aktien als wahres "Schnäppchen" angesehen. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht: Eine solche Bewertung muss immer innerhalb einer Branche verglichen werden, nicht über mehrere Branchen hinweg. Bei Immobilienwerten und oft auch in der Versicherungsbranche ist ein derart hoher Buchwert üblich, während High-Tech-Firmen naturgemäß einen sehr niedrigen Buchwert besitzen. Unter dem Strich: Der Buchwert ist eine nicht unbedingt ausschlaggebende Kenngröße, sollte aber in eine Anlageüberlegung einfließen. Unternehmen mit hohem Kurs-Buchwert-Verhältnis haben zwar nicht automatisch bessere Kurschancen - aber der hohe Buchwert bietet, wenn die Zeiten für die Aktien schwieriger werden, eine gewisse Sicherheit gegen zu hohe Kursrückgänge!

 

 

1.8. Der Cash-Flow

 

Der Cash-Flow ist ein betriebswirtschaftlicher Indikator, der die Ertragskraft eines Unternehmens misst. Der Cash-Flow ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Gewinnkennzahl der Unternehmensanalyse. Er beschreibt die Veränderung der liquiden Mittel in einer Abrechnungsperiode. Seine Höhe ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Steuern vom Ertrag und Einkommen, Abschreibungen sowie Veränderungen der langfristigen Rückstellungen. Aus seiner Höhe und Entwicklung lassen sich Rückschlüsse auf die Qualität der Finanzierung eines Unternehmens ziehen.

 

Er wird folgendermaßen berechnet: Jahresüberschuss (des letzten Geschäftsjahres) + Abschreibungen + Zuführungen an langfristigen Rückstellungen + Steuern von Einkommen und Ertrag.

 

Das klingt zwar kompliziert, lässt sich aber auf einen einfachen Nenner bringen: Der Cash-Flow misst einfach die Einnahmen, die das Unternehmen hatte, und zwar bevor diese Einnahmen durch Besteuerung, Rückstellungen und Abschreibungen verzerrt in der Bilanz prangen. Auf diese Weise wird ermittelt, wieviel "Power" wirklich hinter der Geschäftstätigkeit steckt. Um diese Größe zu der einzelnen Aktie in Relation zu setzen, wird das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV) in zwei Schritten berechnet:

 

Sie erkennen: Das KCV ist nichts anderes als ein unverfälschtes KGV - es berechnet eben nicht die nach der Bilanzierung verbleibenden Gewinne, sondern den vor Bereinigungen erzielten Überschuss. Da die Bilanzierung in vielen Ländern und damit die dort ausgewiesenen Gewinne seitens ausländischer Investoren meist mit einigem (berechtigtem) Argwohn betrachtet werden, ziehen diese Anleger das KCV vor, um eine Bewertung der Aktie vorzunehmen.

 

 

1.9. Die Dividende

 

Die Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre oder eine Genossenschaft an ihre Genossenschaftler ausschüttet. Der Aktionär stellt der Aktiengesellschaft sein Kapital zur Verfügung. Mit diesem Geld arbeitet die AG und erzielt aus diesem Geschäft (hoffentlich) Gewinne. Ein Teil dieser erzielten Gewinne wird (in Deutschland und Österreich einmal jährlich, in den USA und Japan oft alle drei Monate) wieder an die Aktionäre ausgeschüttet. Diese erzielen durch den Aktienbesitz somit eine Rendite.

 

Obgleich die Dividende als solche keine unmittelbar betriebswirtschaftliche Kennzahl ist, die etwas über die Gewinndynamik oder die Rentabilität des Unternehmens aussagt, sie muss dennoch zu den wichtigsten Faktoren bei der Aktienauswahl gerechnet werden. Insbesondere in Europa ist die Bezeichnung des "Dividendenjägers" geläufig, der seine Anlagen nach hoher Dividende auswählt und die Aktien nur für kurze Zeit vor und nach dem Ausschüttungstermin hält. Aber nüchtern betrachtet sind hohe Dividenden ein zweischneidiges Schwert. Stellen wir die Dividenden zunächst einmal in den korrekten Rahmen. Ein Aktionär, der sich durch den Erwerb von Aktien an einem Unternehmen beteiligt, erwartet Profite. Und eben diese können auf zwei Arten realisiert werden. Zum einen hofft der Anleger auf Kursgewinne. Er, der eine Aktie bei 80 Euro gekauft hat, erzielt ja einen Gewinn, wenn die Aktie an der Börse auf 100 Euro steigt.

 

Auf der anderen Seite steht die Dividende. Wenn das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, wird es in aller Regel auch Dividenden ausschütten. Der Vorteil: Selbst wenn der Kurs der Aktie an der Börse zurückgeht, kann sich der Aktionär durch die Dividende an einer Art "Verzinsung" erfreuen. So kann er die Aktie weiter halten und auf wieder steigende Kurse hoffen, ohne sein Kapital völlig nutzlos blockiert zu haben. Bevorzugt werden daher Titel, die eine hohe "Dividendenrendite" ausweisen, denn sie suggerieren bei der "Risikoanlage" in Aktien eine trügerische Sicherheit.

 

 

1.10. Die Dividendenrendite Dividende / Aktienkurs * 100

 

Sie ist eine der klassischen Kennzahlen zur Bewertung einer Aktie. Die Dividendenrendite einer Aktie errechnet sich aus der für das laufende Geschäftsjahr erwarteten Dividende - zumeist geht man vom Vorjahreswert aus - dividiert durch den Aktienkurs. Beispiel:Dividende 1,20 Euro : Aktienkurs 60 Euro = Dividendenrendite 2,0% - Je höher diese Rendite liegt, desto mehr wähnt sich der Aktionär auf der sicheren Seite. Denn Aktien verfallen ja nicht, er kann sie so lange halten, bis er einen ansehnlichen Kursgewinn erreicht hat. Und auch wenn er zwischenzeitlich im Minus liegt, kann er sich ja mit einer Dividendenrendite von 4 oder 5% über die Wartezeit hinwegtrösten.


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