
1.1. Allgemeine Informationen
Bei ansteigenden Kursen stellen Outperformance Zertifikate eine gute Möglichkeit dar, am Markt zu partizipieren. Sowohl nach Kurssteigerungen als auch nach starken Einbrüchen, eignen sich Outperformance Zertifikate hervorragend, überproportional an steigenden Kursen teilzunehmen. Ebenso bieten Outperformance Zertifikate eine gute Möglichkeit, an mittelfristigen Aufwärtsbewegungen verstärkt zu partizipieren. Gleichzeitig wirkt der Hebel bei Outperformance Zertifikaten nur in eine Richtung. Sollten die Kurse unter die Einstiegskurse sinken, nimmt der Anleger nur 1:1 an der Kursentwicklung teil.
1.2. Funktionsweisen von Outperformancezertifikaten
Die Funktionsweise von Outperformance- Zertifikaten ist einfach: Bei Emission der Papiere wird ein Basispreis in etwa auf Höhe des aktuellen Aktienkurses festgelegt. Der Basispreis dient quasi als „Startpreis“, ab dem die Outperformance, also der Mehrertrag gegenüber dem Aktienkurs beginnt. Am Referenztag, rund eine Woche vor Fälligkeit, wird der Schlusskurs mit dem Basispreis verglichen. Notiert die Aktie über dem Basispreis erhält der Anleger den Basispreis plus einen Outperformance-Betrag zurück. Wie hoch dieser Betrag ausfällt, hängt von der Differenz zwischen Aktienkurs und Basispreis am Bewertungstag sowie der bei Emission festgelegten Partizipationsrate ab. Für die Ermittlung des Outperformance- Betrages wird die Differenz mit der Partizipationsrate multipliziert.
1.3. Merkmale von Outperformancezertifikaten
> Sie profitieren überproportional von Kursgewinnen oberhalb des Basisbetrags.
> Trotz des hohen Ertragspotenzials ist das Risiko nicht höher als bei einer Direktanlage.
> Das Produkt ist sehr transparent.
> Zertifikate sind börsentäglich jederzeit handelbar – Sie können den Titel nach Belieben kaufen und verkaufen.
> Sie verzichten auf Dividendenzahlungen oder vergleichbare Ausschüttungen.
Outperformance Zertifikate sind Direktinvestitionen in den Basiswert in vielen Marktsituationen überlegen. Doch wie sind Outperformance Zertifikate genau aufgebaut und wie ermöglichen sie den zusätzlichen Renditekick? Hinter einem Outperformance Zertifikat verbergen sich der Kauf eines Basiswerts sowie der gleichzeitige Kauf einer Kaufoption. Diese Kaufoption wird unter anderem durch die während der Laufzeit des Outperformance Zertifikats erwarteten Dividendenzahlungen des Basiswerts finanziert. Der Anleger verzichtet demnach beim Kauf eines Outperformance Zertifikats auf die Dividendenzahlungen des Basiswerts und erhält stattdessen eine Kaufoption, die das charakteristische Auszahlungsprofil ermöglicht. Der Basispreis dieser Kaufoption entspricht dem Basiswert des Outperformance Zertifikats. Die Partizipation hängt nun unter anderem davon ab, wie viele Optionen aus den über die Laufzeit erwarteten Dividenden des Basiswerts finanziert werden können. Beträgt die Partizipationsrate beispielsweise 165 Prozent, so könnten aus dem erwarteten Dividendenstrom des Basiswerts 65 Prozent einer Kaufoption finanziert werden. Der Anleger kann also mit einem Hebel an Kurssteigerungen partizipieren, ohne ein höheres Risiko einzugehen, muss aber dafür auf die Dividendenzahlungen verzichten.
1.4. Synonym zum Begriff Outperformance Zertifikat
Synonym zum Begriff Outperformance Zertifikat werden in der Finanzwelt je nach Emittentin folgende Bezeichnungen verwendet:
Double Up Zertifikate, miniMAX-Zertifikate, Twin-Win-Zertifikate, Sprint-Zertifikate, Sidestep-Zertifikate, Touchdown-Zertifikate, Double Chance Zertifikat, PEPP-Zertifikate, Top-Performance Zertifikate, Part Protect Tracker, Phönix-Zertifikate, Express Zertifikate
1.5. Beispiel von einem Outperformance Zertifikat
Sie kaufen ein Outperformance Zertifikat auf den Index DAX mit einem Bezugsverhältnis von 100:1. Der Basiswert notiert zum Kaufzeitpunkt bei 5.700 Punkten. Sie bezahlen für Ihr Investment also 57 Euro. Das Zertifikat ist mit einer Partizipationsrate von 150 Prozent und einer Kursschwelle von 6.000 Punkten ausgestattet. Wie wird sich Ihr Investment nun bei steigenden oder fallenden Kursen entwickeln?
Steigt der DAX-Index bis Laufzeitende auf 6.300 Punkte, erwirtschaften Sie durch das Outperformance Zertifikat einen höheren Gewinn als bei einem Direktinvestment. An der Kurssteigerung von 5.700 auf 6.000 Punkte nehmen Sie „nur“ eins zu eins Teil, ab 6.000 DAX-Punkten partizipieren Sie jedoch überproportional. Der Kursgewinn schlägt dann mit 150 Prozent zu Buche. Der Preis des Zertifikats bei Laufzeitende liegt bei 64,50 Euro. Ein Direktinvestment in gleicher Höhe hätte ein Ergebnis von 63 Euro gebracht.
Einstiegspreis 57 €, Kursgewinn einfach 3 € (für den Anstieg von 5.700 auf 6.000 DAX-Punkte)
Kursgewinn outperf. 4,50 € (für den Anstieg von 6.000 auf 6.300 DAX-Punkte unter Einbeziehung der Outperformance-Rate)
Fällt der Index DAX bis zum Laufzeitende auf 5.000 Punkte, fällt auch der Preis des Zertifikats auf 50 Euro.Trotz der erhöhten Kurschance entspricht das Verlustrisiko also dem eines Direktinvestments.















