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1.1. Allgemeine Informationen

 

Viele Anleger wissen oft gar nicht genau, was ihnen der Finanzberater, Bankberater so wärmstens empfohlen hat oder was sie sich da eigentlich in ihr Depot gelegt haben – und werden dann unangenehm überrascht, wenn die Zertifikate nicht das bringen, was sie sich erhofft haben. Einsteiger sowie Fortgeschrittene Anleger sollten deshalb ein paar Regeln beachten.Nachfolgend finden sie zahlreiche Tipps um die Gefahr einen Verlusten zu minimieren.

 

 

1.2. Laufzeit von Zertifikaten

 

Anleger können in der Regel nur dann voll von den Auszahlungs- und Schutzmechanismen eines Zertifikats profitieren, wenn sie dieses bis zum Ende der Laufzeit behalten. Das gilt besonders für Bonus- oder Garantie-Zertifikate, die sich ausschließlich in diesem Fall lohnen.

 

 

1.3. Kosten von Zertifikaten

 

Zu welchem Preis Anleger Zertifikate kaufen oder verkaufen können, berechnet die emittierende Bank.Viele Zertifikate werden Anlegern zur Risikominimierung empfohlen. Das bringt in der Regel eine niedrige Rendite mit sich. Durch Spesen und andere Opportunitätskosten kann diese in einen unattraktiven Bereich gedrückt werden. Der Spread zwischen Kauf- und Verkaufkurs muss erste einmal verdient werden. Hinzu kommen Bankspesen, die zum Beispiel bei Festgeldanlagen oder Bundeswertpapieren nicht oder nicht in wesentlichem Umfang anfallen

 

 

1.4. Volatilitäten von Zertifikaten

 

Zertifikate spekulieren in der Regel auf die Entwicklung eines Basiswerts oder eine Anzahl von Basiswerten. Je länger die Laufzeit eines Zertifikats ist, desto ungewisser ist die Entwicklung. Das ist bedeutend vor allem für laufzeitbezogene Zertifikate entscheidend, deren Prospekte auf das Sicherheitsbedürfnis der Anleger zugeschnitten sind. So ist zum Beispiel bei nahezu jeder Aktie davon auszugehen, dass sie innerhalb einer Laufzeit von zwei Jahren nach oben oder unten um über 25 Prozent schwanken kann. Solche Anlagen sind keineswegs für sicherheitsbedürftige Anleger geeignet.

 

 

1.5. Streuung

 

Üblicherweise geht man davon aus, dass eine breitere Streuung Risiken mindert. Das ist nicht der Fall bei Basket-Zertifikaten, die nach dem „First-to-default“-Prinzip gestrickt sind. In diesem Fall multiplizieren sich die Risiken, weil bereits ein Misserfolg genügt, um die Gesamtanlage zum Misserfolg geraten zu lassen.

 

 

1.6. Seitwärtstrends

 

Bei seitwärts gehenden Märkten kann sich eine Investition in Discount-Zertifikate, da diese gleichsam ein künstlich niedrigen Einstiegskurs bieten. In deutlich nach unten laufenden Märkten ist der Abschlag schnell verbraucht und bei steigenden Kursen bleibt die Rendite deutlich hinter der des Basiswerts zurück. In Zeiten niedrigen Volatilitäten schrumpft indes der Puffer zusammen und damit auch ihr Vorteil.

 

 

1.7. Spekulationszertifikate

 

Für Anleger, die ein Zertifikat aufgrund der hohen Renditechancen kaufen möchten und dabei entsprechende Verluste in Kauf zu nehmen bereit sind empfehlen sich im allgemeinen Zertifikate mit hohen Hebeln. Dazu gehören neben den Hebel-Zertifikaten vor allem Mini-Future-Zertifikate, bei denen ein volatiler Basiswert zusätzlich gehebelt wird. Die Banken bieten auch zahlreiche andere Papiere mit Teilschutz oder einem Risikopuffer an, der das eingesetzte Kapital zumindest teilweise absichert. Egal, wie diese Zertifikate gestrickt sind, auch hier gilt: Das schützt den Anleger je nach Größe des Risikopuffers maximal vor kleineren Kursverlusten.

 

 

1.8. Auswahl des Zertifikates

 

Jedes Zertifikat hat mindestens einen Basiswert (im Fachjargon: Underlying). Vor allem von dessen Kursentwicklung hängt ab, ob das Zertifikat Gewinn oder Verlust bringt. Zertifikate gehören deshalb zur Gruppe der Derivate. Der Basiswert kann eine Aktie wie das Papier von Wienerberger, ein Börsenbarometer wie der Deutsche Aktienindex

(DAX) oder etwa ein Rohstoff wie der Ölpreis sein. Wer Zertifikate kauft, sollte wie bei einer “normalen” Aktie eine Meinung und Wissen über den Basiswert haben. Weiter ist die die Bonität des Emittenten wichtig. Die internationale Finanzkrise ( Bear Stearns, Lehmann etc. ) hat gezeigt, dass Anleger auch auf die Bonität des Emittenten achten sollten. Denn im schlimmsten Fall könnte ihre Zertifikat wertlos werden.

 

 

1.9. Anlagestartegie

 

Die Strategie: Es ist nicht sinnvoll, sich Zertifikate ins Depot zu legen, nur weil sie gerade im Trend sind. Anleger sollten eine Anlagestrategie haben und vorher festlegen, wie viel Geld sie in bestimmte Anlageklassen (Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Versicherungen, Immobilien, Rohstoffe) investieren wollen. Erst wenn das geklärt ist, stellt sich die Frage, welche Zertifikate dafür geeignet sind.


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