© Erste Group/Marlena König

Vorstandsgehälter: Warum Treichl mehr als Spalt verdiente

Insider Nº179 / 21 29.4.2021 News

Die Vorstandvergütungen stehen bei Hauptversammlungen (HV) verstärkt im Fokus, müssen sie die Aktionäre doch billigen. Grundlage dafür sind die jeweiligen Vergütungsberichte der Konzerne die mehr Transparenz bringen sollen. Ich habe mir den aktuellen Report der Erste Group Bank AG vor der HV am 19. Mai 2021 angesehen. Man sieht, dass sich die Gesamtvergütung des Erste-Group-Vorstands 2020 von 13,42 (2019) auf 10,90 Millionen Euro reduziert hat.

Die Reduktion hat unteren anderem mit Ex-Bankchef Andreas (Treichl) zu tun. Er hat 2019 in Summe noch 4,12 Millionen Euro verdient. Davon waren zwei Millionen Euro variabel und 2,12 Millionen Euro Fixum (Grundgehalt plus sonstige Bezüge). Der neue CEO Bernhard (Spalt) macht es 2020 günstiger. Er bezog ein Fixum von 1,18 Millionen Euro und bekam für 85 Prozent Zielerreichung 900.000 Euro Prämie. Andreas bekam zudem eine gesetzliche Abfertigung in Höhe von 3,49 Millionen Euro.

Variable Bezüge werden grundsätzlich nach individuellen Leistungskriterien (2020: Betriebsergebnis, ROTE, Risikokosten, NPL Quote, Datenmanagement, Strategische Ziele, Kundenzufriedenheit, Cost-Income-Ratio) festgesetzt. Normalerweise werden 50 Prozent davon bei der Erste Group Bank AG in Phantom Shares über die kommenden Jahre ausbezahlt. So flossen etwa 2020 rund 105.000 Euro aus dem Jahr 2013 an ehemalige Vorstandsmitglieder. Für 2019 und 2020 beschloss der Aufsichtsrat (nach Vorschlägen der EZB und der Europäischen Aufsichtsbehörde), die komplette variable Vergütung in Phantom Shares zu bezahlen. Sie werden nach dem durchschnittlichen Aktienkurs berechnet: 2019 lag dieser bei 32,08 Euro und 2020 bei 21,38 Euro je Erste-Aktie. Eine Erklärung, warum Bernhard weniger als Andreas ausbezahlt bekam.

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