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Porsche-IPO: Familie Porsche-Piëch im Zwiespalt

Insider Nº318 / 22 19.9.2022 News

Du bist wohl kaum um die Schlagzeilen herumgekommen: Mit der Abspaltung der Porsche AG vom Mutterkonzern VW steht einer der größten Börsengänge Europas seit Jahren bevor.

Zu den Details: Für die Erstnotiz wird der 29. September 2022 angepeilt, die Preisspanne liegt zwischen 76,50 und 82,50 Euro pro Aktie, was den Konzern mit bis zu 75 Milliarden bewertet.

„Die Bewertung der Porsche AG von bis zu 75 Milliarden Euro liegt zwar leicht unter den Erwartungen des Marktes, übertrifft aber deutlich den Wert anderer deutscher Automobilriesen wie BMW (48 Milliarden Euro) und Mercedes-Benz (61 Milliarden Euro)“,

sagen etwa die Experten von CMC Markets.

Amüsant finde ich, dass in Anlehnung an das markante Porsche 911-Modell das Grundkapital der Porsche AG in exakt 911 Millionen Aktien gestückelt wird, wovon nun rund 25 Prozent an die Börse gehen.

Wirres Firmengeflecht

Tatsächlich gibt es Porsche bereits eigenständig an der Börse, und zwar die Porsche SE. Diese gehört großteils der österreichischen Familie Porsche-Piëch und hält 53,3 Prozent am VW-Konzern (von dem nun die Porsche AG abgespalten wird). Die Porsche SE erwirbt nun im Zuge des IPOs 25 Prozent der Porsche AG-Stammaktien und zahlt dafür den Preis der (nun an die Börse gehenden) Vorzugsaktien samt einer Prämie von 7,5 Prozent. Ein niedrigerer Ausgabekurs wäre daher vorteilhafter für die Familie Porsche-Piëch. Da du die Mitglieder der Familie selbst in vielen Führungsgremien des VW-Konzerns findest, wird also nicht zwingend ein maximaler Ausgabepreis angestrebt, was diesen Börsengang von anderen unterscheidet.

Sollte der Ausgabekurs nun doch sehr hoch ausfallen, zahlt die Familie zwar auf der einen Seite mehr, verdient aber an einer anderen: Denn VW plant 49 Prozent vom IPO-Erlös als Sonderdividende an die VW-Aktionäre auszuschütten – also zu 53,3 Prozent wieder zurück an die Porsche SE – kennst du dich noch aus?

Wenn der Börsengang glücklich von statten geht, könnte das auch eine Motivation für die Familie Breiteneder  und ihr geplantes IPO der Best in Parking sein (lies hier).

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