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Risiko als Showeffekt: 2021 Fabeljahr für Banken

Insider Nº140 / 22 8.4.2022 News

Die Oesterreichische Nationalbank sagt: Österreichische Banken haben das Geschäftsjahr 2021 mit deutlich besseren Zahlen abgeschlossen als 2020. Insgesamt ist das Jahresergebnis um 3,5 Milliarden Euro (plus 95,2 Prozent) gestiegen. Das gute Abschneiden ist großteils auf die gesunkenen Risikovorsorgen zurückzuführen, aber nicht nur. Ich habe mir das für dich im Detail angeschaut.

Die Erste Group Bank AG hatte im Jahr 2020 noch rund 1,3 Milliarden Euro Wertminderungen. 2021 waren es nur noch rund 160 Millionen Euro. Wertminderung kann zweierlei bedeuten: Die Risikovorsorge für Kredite sowie Wertberichtigungen und Rückstellungen für Garantien. Bei der Volksbank Wien hat sich dieser Wert um 43,17 Millionen Euro verbessert. Um die Hälfte zurückgegangen sind die Wertminderungen bei der Raiffeisenbank International AG (RBI): 2020 bezifferte der Konzern diese noch mit 589 Millionen Euro, 2021 nur noch mit 295 Millionen Euro. Ähnlich bei der Bawag Group AG: Die Risikokosten haben sich von 2020 auf 2021 mehr als halbiert: Statt 224,6 Millionen Euro im Jahr 2020 waren es 2021 95 Millionen Euro.

Provisionserträge steigen

Darüber hinaus sind aber auch die Zins- und Provisionsüberschüsse merklich gestiegen: Die Erste Group Bank AG konnte diese insgesamt um mehr als 500 Millionen Euro steigern, die RBI hat Provisionsüberschüsse von rund 301 Millionen Euro mehr eingenommen, die Oberbank AG um rund 21 Millionen Euro. Auch die Volksbank Wien hat ihren Zinsüberschuss um rund 10 Millionen Euro gesteigert und 14 Millionen Euro weniger Steuern gezahlt.

Ich finde das sehr erfreulich, auch, dass sich die Kosten-Ertragsrelation deutlich verbessert hat. Aber ich bezweifle angesichts des Ukraine-Kriegs, dass die Banken 2022 wieder so gut performen werden.

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