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Smart Boys Club: AK kritisiert nicht zeitgemäßen Bawag-Vorstand

Exklusiv Insider Nº228 / 21 9.6.2021 News

Der Aufsichtsrat der Bawag Group AG holt ab 1. Juli 2021 Guido (Jestädt) als sechsten Mann in den Vorstand der Bank. Die Arbeiterkammer Wien wundert diese Bestellung aus zweierlei Hinsicht: fehlende Diversität und wegen dem geplanten Mitarbeiterabbau (lies hier nach).

„Es ist absolut nicht zeitgemäß, dass es noch immer börsennotierte Unternehmen gibt, in denen nicht eine einzige Frau im Vorstand vertreten ist. Reine „Smart Boys Clubs“, wie wir sie beispielsweise bei der Bawag sehen, müssen endlich von divers zusammengesetzten Management-Teams abgelöst werden. Eine verbindliche Geschlechterquote für den Vorstand könnte hier rasch frischen Wind und mehr Dynamik bringen“, sagt mir AK-Betriebswirtin Christina (Wieser).

Mir wäre es lieber, wenn die Unternehmen das selber checken und wir nicht wie Deutschland (klick hier) eine Quote brauchen. Bei der Bawag Group AG waren Ende 2020 mehr als Hälfte der Beschäftigten (56,6 Prozent) weiblich. Das allein würde schon für mehere Frauen im Bawag-Vorstand sprechen! Für Christina verhindert eine „tief verankerte männliche Organisationskultur nach wie vor den Aufstieg von Frauen an die Führungsspitze“.

Personalabbau und Vorstandsvergütung

Maßnahmen wie Einsparungen beim Personal stehen ganz klar im Widerspruch zu hohen Vorstandsgehältern, sagt Christina außerdem:

„Insgesamt lukrierte der Vorstand der Bawag Group im Geschäftsjahr 2020 21,3 Millionen Euro und damit mehr als jeder andere Gesamtvorstand im ATX, während der Gewinn des Bankkonzerns im selben Jahr um mehr als ein Drittel, also um 38,1 Prozent zurückgegangen ist und zeitgleich Personalabbau angekündigt wurde. Gerade in Krisenzeiten muss die Vergütungspolitik für das Management an die wirtschaftliche Lage des Unternehmens angepasst werden.“

Ich könnte mir wie viele Investoren und die AK durchaus vorstellen, dass Vorstandsgehälter stärker an nachhaltige Kriterien geknüpft werden, zu denen ja auch Diversität zählt. Ich begrüße jedenfalls die Nominierung von zwei neuen Frauen für den Aufsichtsrat, hier setzt die Bawag Group AG die richtigen Schritte.  

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