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Zwei Fliegen mit seiner Klappe: Verleger Mucha als Heiland Österreichs

Insider Nº80 / 21 26.2.2021 Kommentar

Geschätzte Paternosterfahrer,

ich will ja nicht schwarzmalen, das liegt uns Börsenprofis fern. Aber seit einem Jahr der Pandemie mit mehr oder minder Dauerlockdown steht unser geliebtes Land beinahe schon am wirtschaftlichen Abgrund. Der Tourismus liegt am Boden. Die Durchimpfung der Bevölkerung kommt – gelinde ausgedrückt – schleppend voran. Was also tun? Es braucht mutige Ideen. Es braucht Querdenker.

Treff ich mich am vergangenen Dienstag mit dem Christoph (Boschan), dem Vorstand des Parketts, weil er mich um Rat gefragt hat, wie man die Wirtschaft wieder in Schwung bringen kann. Ich muss gestehen, ich war diesmal auch eher ratlos. Nach dem Treffen schlendere ich zur Maria am Gestade, und wie ich da zum Hannakenbrunnen komm – der übrigens einem Bader gewidmet ist, der, aus der tschechischen Hanna stammend, im Mittelalter gutes Geld damit verdiente, den Passanten Fallen zu stellen, um die Gestürzten danach gewinnbringend medizinisch versorgen zu können –, wen seh ich da? Den Christian (Mucha), neuerdings nicht mehr nur Verleger, sondern auch Reiseveranstalter.

Ich will noch die Kurve kratzen, da hat er mich schon erblickt: „Gekko, altes Haus, wohin des Weges?“ – Ich bleib in angemessenem Abstand stehen, mache eine Grußgeste wie der Bundespräsident. „Ich war grad beim Boschan, Krisentalk …“ – Da unterbricht er mich: „Krise, Krise, wenn ich das hör.“ – Er zupft den „Standard“ aus seiner Tasche: „Schau her, ich zeig dir was.“

Ich winke ab: „Nein danke, weiß ich schon, du organisierst neuerdings Impfreisen.“ – Darauf er: „Aber nix. Da läuft net viel. Keine Fluglinie antwortet mir. Allesamt Hosenscheißer. – Aber ich hab eine neue Idee. Und die ist großartig.“ – „Lass hören“, sag ich gelangweilt. Er schlägt das rosa Blattl auf: „Da schau her. In ganz Westösterreich gehen Spitäler pleite, weil sie keine Verletzten mehr haben. Keine Urlauber – kein Haxenbruch – keine Kohle. Da muss man was machen.“

Ich schau ihn groß an: „Was hast vor?“ – „Na hör dir das an: In Innsbruck ein Rückgang an Verletzten von 50 Prozent. Macht minus 400.000 Euro. In Schwarzach sind es 74 Prozent – 1,5 Millionen Euro. Und so geht’s weiter. Ein Wahnsinn, das Geld liegt im Gips.“ – „Willst jetzt den Menschen die Haxen brechen?“, frage ich erstaunt. – „Nix da. Ich bin ja kein Unmensch. Ich mach das viel subtiler: Synergien, ich sag nur Synergien. Ich organisiere Impfwandertage für 80-Jährige. Da kriegen die Leut ein Jaukerl, na, dann gemma auf einen Berg nauf, und da wird sich schon die eine oder andere Wurzel finden – und dann.“ – „Und wie verdienst du daran?“ – Da muss ich erst mit dem Vorstand der Klinik reden. Aber da finden wir sicher einen Weg. Und mein Konzept ist überzeugend: Impfung und Haxenbruch – ich schlag zwei Fliegen mit meiner Klappe. Aber ich muss jetzt, hab einen Termin beim Boschan. Man sieht sich.“ – Und schon ist er weg.

In dem Moment öffnet sich ein Fenster vom Polnischen Kulturinstitut. Dessen bezaubernde Projektmanagerin Frau Bielecka schaut heraus und ruft: „Gekko, sag war das jetzt der Mucha?“ – Ich schau zu ihr rauf: „Ja! Freilich.“ – Darauf sie: „Weißt eh: Mucha heißt auf Polnisch Fliege.“

In diesem Sinne,
„Cash up!“

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